Happy End für Trauerschwan von Schloss Benkhausen

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Der Jungschwan von Schloss Benkhausen erfreut sich im Tierpark Ströhen bester Gesundheit.

13.07.2021 Espelkamp | Gesellschaft

Happy End für Trauerschwan von Schloss Benkhausen

Jungtier findet im Tierpark Ströhen eine neue Familie

Im November 2017 hat ein Trauerschwanenpärchen auf Schloss Benkhausen sein neues Zuhause gefunden. Seither haben die beiden schwarzen Schwäne viermal Nachwuchs erhalten. Um das Gelege aus 2021 hatte es Ende April zunächst jedoch überhaupt nicht gut ausgehen: In der Gräfte (Wassergraben) von Schloss Benkhausen trieben plötzlich zwei Schwaneneier. Die Eltern hatten wenige Tage zuvor zwar noch gebrütet, machten nun aber keine Anstalten mehr, sich um die Eier zu kümmern. Zurückzuführen ist dieses Verhalten auf die Herkunft der Tiere: Trauerschwäne stammen aus Australien und sind an die dortigen Jahreszeiten gewöhnt, die entgegengesetzt zu den europäischen stattfinden. In den vergangenen Jahren brütete das Schwanenpaar immer früher im Jahr, um sich den hiesigen Klimaverhältnissen anzupassen. Während die erste Brutzeit im August 2018 begann, brütete das Paar 2019 ab Juli, 2020 ab Juni und 2021 schließlich ab April.

„Um die diesjährige Brut zu retten, riefen wir im Tierpark Ströhen an und baten um Hilfe“, erinnert sich Sylvia Blaha, die sich von Seiten der Merkur Immobilien- und Beteiligungs GmbH auch um die Liegenschaft Schloss Benkhausen kümmert. Dr. Nils Ismer, Tierarzt und Inhaber des Tierparks, bot sofort Unterstützung an, und die Hausmeister des Schlosses brachten die Eier nach Ströhen. „Die Eier waren ausgekühlt und es war nicht klar, ob wir noch etwas tun konnten“, berichtet Dr. Ismer. Als Sofortmaßnahme legte er die Eier in eine Brutmaschine und hoffte das Beste. Es stellte sich heraus, dass nur eines der beiden Eier befruchtet war – und gerettet werden konnte. Dann folgte der nächste glückliche Umstand: Das Trauerschwanenpärchen des Tierparks befand sich gerade in der Brutphase und so wurde die günstige Gelegenheit genutzt. Kurzerhand wurde den Schwänen ein weiteres Ei untergeschoben. „Schwäne zählen die Eier im Nest nicht nach“, erklärt Tierpflegerin Frauke Niehus. Im Nest befanden sich plötzlich nicht mehr drei, sondern vier Eier.

Für die Schwanen-Eltern kein Problem, denn sie betrachteten das fremde Jungtier fortan als ihr eigenes. „Wenn die Tiere im eigenen Nest schlüpfen, müssen es nach Ansicht der Schwäne auch die eigenen sein“, erläutert Frauke Niehus. So wurde der junge Trauerschwan von Schloss Benkhausen vom Schwanenpärchen aus dem Tierpark „adoptiert“, wuchs ganz selbstverständlich mit seinen drei Geschwistern auf und entwickelte sich gut. Inzwischen ist das Tier zwei Monate alt und erfreut sich bester Gesundheit. „So ist es ideal gelaufen“, resümiert die Tierpflegerin. „Denn für die Tiere ist es am besten, wenn sie unter Artgenossen aufwachsen.“

Auch wenn das mittlerweile rund zwei Monate alte Jungtier eine neue Heimat gefunden hat, wird es dort nicht ewig bleiben können. Sobald sich die Geschlechtsreife einstellt, wird der Schwan von den Eltern nicht mehr als Nachwuchs, sondern als potenzielle Konkurrenz für das eigene Territorium betrachtet. Die Folge: Das Schwanenjunge und seine Geschwister werden den Tierpark in absehbarer Zeit verlassen müssen, um auf eigenen Beinen zu stehen. „Dann werden wir die Tiere wohl an einen anderen Zoo oder Tierpark vermitteln“, erklärt Frauke Niehus. Für den Jungschwan wird es dann Zeit werden, eine eigene Familie zu gründen.

Um die bereits sehr guten Bedingungen für die Trauerschwäne am Schloss Benkhausen weiter zu erhöhen, ist die Brutstelle der Schwäne auf Wunsch von Schlossherr Paul Gauselmann kürzlich sogar mit einem kleinen Holzpavillon überdacht worden. „Wir hoffen, dass die Eier in der nächsten Brutphase, vielleicht bereits im Herbst, dann noch etwas besser geschützt sind und nicht wieder ins Wasser purzeln“, erläutert Sylvia Blaha. Dann könnten die nächsten Jungschwäne auch von ihren eigenen Eltern großgezogen werden. In den Sommermonaten spendet der Pavillon den brütenden Schwänen zudem ausreichend Schatten, um ihr schwarzes Gefieder vor der Hitze zu schützen.

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