04.08.2008

Finanzielle Unterstützung der GAUSELMANN STIFTUNG für die Hospiz Initiative Espelkamp e.V.

Mehr als 2.400 EURO für gezielte Weiterbildungsmaßnahmen der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Obwohl das Empfinden von Trauer, insbesondere nach dem Verlust eines lieben Menschen, ganz natürlich ist, wird dieser Gefühlszustand in unserer Gesellschaft viel zu oft verdrängt. Einer der Gründe mag Nicht-Wissen und daraus resultierende Unsicherheit im Umgang mit Trauer und Trauernden sein. Umso wichtiger sei es daher, erläutert die 1. Vorsitzende der ambulanten Hospiz-Initiative Espelkamp e.V., Beate Hodde, „dass gerade unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in diesem Bereich sicher und souverän agieren können.“

Mit Unterstützung der Gauselmann Stiftung konnten Anfang Februar die rund 30 ehrenamtlich tätigen Mitglieder der ambulanten Hospiz-Initiative Espelkamp e.V. an einem Spezial-Seminar mit dem Titel „Gezeiten der Trauer“ teilnehmen. Unter Anleitung von Mike Clausjürgens wurden die einzelnen Phasen der Trauer aufgeschlüsselt und die unterschiedlichen Teilaspekte transparent gemacht.

In Rollenspielen und ähnlichen Übungen übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen weiteren sehr wichtigen Aspekt ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Hospiz-Initiative: die emotionale Abgrenzung. „Die Sterbebegleitung und damit einhergehende Betreuung von Trauernden ist ein Menschendienst, der einem viel Kraft abverlangt. Die meisten von uns haben ja auch noch eine eigene Familie, die unter dem Ehrenamt nicht leiden soll“, so Christine Fahrinsland, die 2. Vorsitzende des Vereins. Ein geschultes Wissen über Trauer und den Umgang damit schütze die Hospiz-Mitarbeiter davor, sich in emotionalen Gefühlslagen zu sehr zu verlieren, ohne dabei jedoch ihr authentisches Mitgefühl zu verlieren.

Dank der großzügigen Zuwendung der Gauselmann Stiftung kann sich die Hospiz-Initiative darüber hinaus gleich noch einen Fortbildungswunsch in diesem Jahr erfüllen:
die Durchführung einer so genannten Supervision. Dazu nehmen die Mitglieder des Vereinsvorstandes die Beratung von Supervisorin Angelika Brennemann aus Lübbecke in Anspruch. In insgesamt zehn Sitzungen wird das kollegiale Miteinander von der Gesprächsführung bis zur gemeinsamen Erarbeitung von Zielvereinbarungen trainiert. So soll auf lange Frist ein synergetisches, auf Stärken und Schwächen des Einzelnen abgestimmtes Management in der Hospiz-Initiative erlernt und umgesetzt werden.

Die Gesamtsumme beider Fortbildungsmaßnahmen beträgt exakt 2.434 Euro, die bereits komplett von der Gauselmann Stiftung als Spende bereit gestellt wurden.

Die ambulante Hospiz-Initiative Espelkamp e.V. wurde 1996 gegründet. Rund 30 Frauen und Männer jeden Alters mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen bieten Sterbenden und deren Angehörigen ihre Unterstützung an, und das vorrangig zu Hause, in einem vertrauten Umfeld. Darüber hinaus finden jedoch auch Besuche in Krankenhäusern, Alters- oder Pflegeheimen statt. „Die meisten Einsätze werden von uns in Espelkamp und Rahden geleistet. Aber auch im Umland, in Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Hüllhorst und Stemwede sind wir jederzeit für die Menschen da,“ berichtet Beate Hodde. Die Hospiz-Initiative Espelkamp e.V. hat derzeit 86 Mitglieder von denen rund ein Drittel aktiv und regelmäßig als Helferinnen und Helfern in der Sterbebegleitung eingebunden sind. Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Neben der ambulanten Hospizarbeit stehen auch regelmäßig fachkundige Informationsveranstaltungen z.B. zum Thema Patientenverfügung, aber auch die Beratung von Trauernden im so genannten Trauercafe auf dem Terminplan. Weitere Infos hierzu können direkt im Hospiz-Büro, Ludwig-Steil-Straße 15 in Espelkamp, dienstags und mittwochs in der Zeit von 9:30 bis 11:30 Uhr sowie donnerstags von 15:00 bis 17:30 Uhr unter Telefon: 05772 – 979-270 erfragt werden.