08.03.2017 – Espelkamp/Lübbecke

Vorzeichen wahrnehmen und Symptome frühzeitig erkennen

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Schlaganfall-Info-Tour 2017 erfolgreich abgeschlossen

Rund 160 Behandlungstage, 4.800 untersuchte Personen und 5.120 Untersuchungen das sind die Zahlen aus 16 Jahren Schlaganfall-Info-Tour. Auch in diesem Jahr fand der kostenlose Check-up der Schlaganfall-Risikofaktoren mit 307 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder hohen Anklang im Altkreis Minden-Lübbecke. Interessierte konnten sich hierfür vom 20. Februar bis zum 3. März an zehn verschiedenen Terminen für die 15-minütige Untersuchung anmelden und wurden von Mediziner Dr. Georg Backhausen untersucht. Wie in den Jahren zuvor waren auch diesmal wieder alle Termine restlos ausgebucht.

„Der Schlaganfall zählt als dritthäufigste Todesursache und circa die Hälfte hätte durch frühzeitiges Erkennen verhindert werden können“, so Dr. Georg Backhausen, der die Ergebnisse aus diesem Jahr in der abschließenden Pressekonferenz zur Tour präsentierte. 2017 ließen sich 307 Bürgerinnen und Bürger untersuchen. Es lagen rund 43 Prozent der Untersuchten bei der Betrachtung aller kumulierten Werte im gelben Bereich der Gesundheitsampel, was bereits auf ein eventuelles Schlaganfall-Risiko hindeutet. Bereits stark gefährdet waren hingegen 18 Prozent der Untersuchten, diese hatten Werte im roten Bereich. Nur 39 Prozent der Untersuchten fielen somit in den grünen, ungefährdeten Bereich. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Prozentzahlen gerade im gelben Bereich deutlich angestiegen, diese lagen 2016 noch bei 29 Prozent. Das zeigt mir, dass die Aufklärungsarbeit umso wichtiger geworden ist. Vor allem Bluthochdruck als Hauptursache für einen Schlaganfall kann so leicht und von jedem selbständig überprüft und bei Bedarf anschließend vom Hausarzt behandelt werden“, informiert Dr. Georg Backhausen. „Für die nächste Schlaganfall-Info-Tour würde ich mir wünschen, dass sich auch mal die jüngeren Menschen unter 40 einen Termin für eine Vorsorgeuntersuchung geben lassen. Denn ein Schlaganfall kann jeden treffen, egal wie alt man ist“, so der Mediziner abschließend. Die 15-minütige Untersuchung beinhaltet die Erstellung eines persönlichen Risikoprofils, die Überprüfung der Blutdruck, Cholesterin- und Zuckerwerte sowie eine Gewichtsanalyse.

„Die Schlaganfall-Info-Tour kann nicht nur durch die große Beteiligung als Erfolg angesehen werden, sondern auch durch die mediale Aufmerksamkeit, die sie mit sich bringt“, erklärt Paul Gauselmann, Vorstandssprecher der Gauselmann Gruppe und Initiator der Tour. „Denn neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gilt es auch, ein Bewusstsein für das eigene körperliche Befinden zu entwickeln. Wenn jeder ein bisschen mehr auf seine Gesundheit achten würde, könnten in der Zukunft viele Schlaganfälle verhindert werden.“ Dass es die Tour auch im nächsten Jahr wieder geben wird, konnte er ebenfalls bereits bestätigen. „Wenn ich etwas Gutes anfange, dann bleibe ich auch dabei“, so Paul Gauselmann.

Dass man die Bevölkerung für das Thema Schlaganfall sensibilisieren muss, merkt auch der Bürgermeister der Stadt Lübbecke Frank Haberbosch an: „Es ist so einfach, seinen Blutdruck regelmäßig zu überprüfen. Die Messgeräte gibt es schon für wenig Geld in Apotheken und diese geben einen guten Aufschluss über den derzeitigen Gesundheitszustand, aber niemand fühlt sich von der Volkskrankheit Schlaganfall betroffen und projiziert es auf sich. Dabei beziehen sich die Folgen eines Schlaganfalls nicht nur auf den Betroffenen, sondern auf das gesamte Umfeld des Erkrankten.“

Diese Meinung teilt auch Sigrid Krueger-Young, die das Schlaganfall-Büro im Klinikum Minden betreut. „Es ist wichtig, dass bei dem geringsten Verdacht eines Schlaganfalls sofort die Notrufnummer 112 gewählt wird. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, denn sonst ist die Gefahr von bleibenden Schäden groß. Darum ist es besonders wichtig, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren und aufzuklären.“

„Wir unterstützen die Schlaganfall-Info-Tour jedes Jahr gerne, denn so eine Prophylaxe-Untersuchung ist für die Region unheimlich wertvoll. Die Sparkassen Minden-Lübbecke werden aus diesem Grund nächstes Jahr wieder dabei sein“, erläutert Sparkassendirektor und stellv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Minden-Lübbecke Georg Droste.

Schlaganfall Abschluss

Eine Blutdruckmessung kostet nicht viel Zeit und tut nicht weh. Frank Haberbosch (r., sitzend), Bürgermeister der Stadt Lübbecke, lässt sich selbst von Mediziner Dr. Georg Backhausen (l., sitzend) auf sein persönliches Schlaganfall-Risiko untersuchen. Diesem Beispiel sollten möglichst viele Menschen folgen, finden auch Schlaganfall-Info-Tour-Initiator Paul Gauselmann (m., sitzend) sowie Georg Droste (r., stehend) und Marc Schäuble (l., stehend) von der Sparkasse Minden-Lübbecke.

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